Leistungsbericht der beiden Plotthounds „Buck Stiles Moe“ und „Bonny Scaldis Fireplotts“
Beide Zuchthunde sind im Verein Plotthound Deutschland e.V. nicht nur für sehr gute Welpen, sondern auch für ihre herausragende Leistung in der Jagdpraxis bekannt. Ein solches Beispiel aus der Praxis sei nachfolgend kurz geschildert:
Ein Anruf vom hiesigen Forstamt alarmierte mich, dass Schwarzwild in einem bekannten Schilfgürtel stecke und seit geraumer Zeit nachts auf den umliegenden landwirtschaftlichen  Flächen zu Schaden ging. Da man hier bei uns um eine gute Nachbarschaft bemüht ist, kümmert man sich auch um die anstehenden Probleme. Die jagdlich Verantwortlichen mussten sich eingestehen, dass die zur Verfügung stehenden Hunde, Setter, Jagdterrier und ein paar Bracken, nicht in der Lage waren, die etwa 4 ha große und sehr dichte Schilffläche erfolgreich zu drücken. Auf meine Frage, was der Einsatz meiner Hunde kosten darf und wie viel Hunde ich einsetzen soll, bekam ich zur Antwort: „Am besten kostenfrei, denn man sei intern unterwegs und wolle ein ‚paar Würste und Braten ernten’, die dann unter den Beteiligten aufgeteilt werden sollten“ Ich sagte: “O.k., dann komme ich mit meinen beiden Plotthounds, möchte aber auf jeden Fall ‚wurstmäßig’ bedacht werden.“
Am Sammelplatz angekommen, öffnete ich die Klappe meines Pickups und die beiden oben genannten Plotts schauten neugierig über die Heckklappe. Die beteiligten Förster blickten etwas skeptisch drein als sie nur zwei Hunde sahen. Ich gab ihnen aber zu verstehen, dass die beiden mit Sicherheit für die zu bejagende Schilffläche ausreichen. Mit noch immer ungläubigen Blicken besetze dann jeder seinen Stand und ich bzw. „Buck“ und „Motzi“ hatten 60 Minuten Zeit, etwas zu bewegen.
Zur vereinbarten Zeit schnallte ich die beiden Hunde und es dauerte keine drei Minuten und im „Schilf fing es an zu kochen“. Beide Hunde waren gleichzeitig auf eine Rotte gestoßen und sorgten nun mit ihrem herrlichem Fährtenlaut, der immer wieder von aggressivem Standlaut unterbrochen wurde dafür, dass den Schwarzkitteln die Nerven blank lagen und sie „kopflos“ in alle Richtungen ausbrachen. Mir kam hochflüchtig eine von „Buck“ verfolgte Überläuferbache über die Böschung geflogen und ich ließ den Schuss aus dem Lauf. Ein Zeichnen konnte ich nicht erkennen, aber in der angrenzenden Eichenverjüngung gab der Rüde kurz Laut und man konnte hören, wie er die Sau in Besitz genommen hatte. Kurze Zeit später kam er zurück und eilte der Hündin bei, die im Schilf immer noch für mächtig Betrieb sorgte. Dann kam mir ein Frischling, den ich über Kopf gehen ließ. An den anderen Seiten der zu bejagenden Fläche brachen nun die Sauen vollends durch. Sie wurden lautstark von den Plotts in verschiedene Richtungen gejagt.„Motzi“ kam nach ca 15 Minuten zurück und machte neben mir eine kurze Pause, bevor sie wieder in das Schilf eintauchte. Plötzlich, keine 10 Meter vor mir, aggressiver Standlaut. Die Halme bogen sich auseinander. Die Hündin umtanzte mit heftigem Laut einen starken Keiler. Wie aus dem Nichts war „Buck“ auf einmal wieder da und sofort mitten im Geschehen. Jetzt ging die Musik erst richtig los. Der Keiler wollte nicht gehen und die beiden Hunde mussten nun im Team gehörigen Druck aufbauen, was sie auch schafften. Nach ca. 10 Minuten setzte sich der Koloss in Bewegung. Kurz konnte ich die Rückenlinie und den aufgestellten Pürzel sehen. Natürlich hatte ich die Büchse längst im Anschlag, konnte aber in diesem Moment die beiden Hunde nicht sehen. Aus Sicherheitsgründen ließ ich den Finger gerade. So schaffte es der Basse, sich unbeschossen aus dem Schilf zu verdrücken.
Nach dem Ablasen dauerte es keine 10 Minuten und meine beiden Hunde waren wieder da und ich konnte sie abliebeln. In die anfangs ungläubigen Gesichter der Förster mischte sich zusehens anerkennendes Grinsen. Die später gelieferten Würste schmeckten übrigens ganz hervorragend.
Ich freue mich auf jeden Fall in diesem Jahr darauf, die schon ausgeschriebenen Jagden im Forstamt mit meinen Plotthounds wieder zu bereichern und so auch die Leistung der Rasse bei der Jagd auf Schwarzwild weiter vorzustellen. Dieses Jahr werden vier Plotthounds in den Wäldern Thüringens zu hören sein, denn „Dux“ und „Debbi“ aus der Hubertusmeute werden ihre Eltern unterstützen.
 
Hubertus Crone
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