Portrait: Der Plotthound
PR Stiles Plott Buck Moe
 

Geschichte der Rasse

In der Rassenbezeichnung finden sich Hinweise auf den Begründer dieser Rasse und den grundlegenden Einsatzbereich der Hunde:

Die englische Bezeichnung Hound deutet auf einen laut jagenden Hund hin.
“Plott“ ist der Familienname eines Amerikaners deutscher Abstammung, der der im 18 . Jahrhundert nach Amerika ausgewandert ist.
Herr Jonathan Plott hat aus Deutschland  Jagdhunde mitgenommen. Es wird angenommen, dass es sich um Vorläufer von Hannoverschen Schweißhunden und Weimaraner handelte.
Die Plotts ließen sich in den südlichen Appalachen nieder im Grenzbereich Tennessee und North Carolina. Auch heute noch leben dort Nachfahren dieser Einwandererfamilie.
Für Ihre Leidenschaft, der Schwarzbärenjagd mit Hunden, züchteten sie auf der Basis der aus Europa eingeführten Hunde und der Einkreuzung anderer schon damals in Amerika heimischer Jagdhunde für die Bärenjagd  besonders geeignete Hunde. Ein Artikel von John Jackson im Jahrbuch von 1996 der American Plott Association (APA) dokumentiert dies deutlich.
Die Hunde der Plotts machten sich bald überregional einen Namen wegen Ihrer besonderen Leistungen bei der Bärenjagd. So entstand wohl die Bezeichnung „Plotthound“, die zunächst nichts anderes bedeutete, als die von der Familie Plott gezüchteten Hunde.
Alle Plottfreunde in Amerika sind sich einig, dass der Plotthound im Vergleich zu anderen amerikanischen Jagdhunden eine recht rein gezüchtete Rasse ist. Vor allem die Jäger von großem wehrhaftem Wild wie Schwarzbär, Wildschwein oder Puma haben immer darauf geachtet, dass die notwendige Härte ihrer Hunde erhalten blieb.
Die Definition des Rassetyps und die Anerkennung als Rasse verbunden mit der Führung von Zuchtbüchern erfolgte im Vergleich zur Geschichte der Rasse erst sehr viel später im 20. Jahrhundert.
In seiner Heimat USA wird der Plotthound in den Zuchtbüchern des UKC (United Kennel Club) und des AKC (American Kennel Club) geführt. Eine Anerkennung durch die FCI wurde offensichtlich bisher nie ins Auge gefasst.
Die Rasse wird heute durch die APA (American Plott Association) und die NPA (National Plott Association) vertreten.

Rasseeigenschaften

Körperliche Merkmale
Es handelt sich in der Systematik um Laufhunde (Hounds) entsprechend z.B. der FCI Gruppe 6 „Lauf- und Schweißhunde“.
Das Stockmass der Hunde spreitet sehr weit und beträgt bei Rüden zwischen 57-70 cm, bei Hündinnen zwischen 53-63 cm. Die Hunde sind also im zu Vergleich zu den sonst in Deutschland eingesetzten Brackenrassen hochläufiger.
Die Farbe variiert sehr stark. Von grau über ein fahles Gelb, zu gestromt in allen Helligkeitsstufen, bis zu schwarz mit rotem Brand sind alle Farben möglich.
Weitere Merkmale können dem Rassenstandard entnommen werden.

Wesensmerkmale

Der Plotthound ist aufgrund seiner langen Geschichte als in Kleinmeuten gehaltener Hund ein sozialer Hund. Artgenossen und Menschen gegenüber verhält er sich unkompliziert.
Die Hunde sind im Vergleich zu einheimischen Bracken im Wesen wenig empfindlich, robust und duldsam:
Gegenüber Witterungseinflüssen und kleineren Verletzungen sind sie robust und unempfindlich.

Jagdliche Eigenschaften
Plotthounds sind passioniert jagende Laufhunde im wahrsten Sinne des Wortes. Ihre sehr gute Nase und der hohe Spurwille bzw. die immense Jagdpassion lässt sie angenommene Fährten konsequent auch über Haken etc. ausdauernd verfolgen.
Der Spurlaut ist wegen seiner großen praktischen Bedeutung für die Jagd im Herkunftsland züchterisch ohne Ausnahme gefestigt.
Die Hunde verfügen über einen sehr guten Orientierungssinn und haben sowohl den Willen als auch die anlagebedingte Möglichkeit nach beendeter Jagd wieder an den Ausgangspunkt zurückzukehren.
Neben einer sehr guten Nase und  hohem Spurwillen wurde für die Jagd an wehrhaftem Wild bei der Zucht im Gegensatz zu auf Niederwild eingesetzten Bracken immer auch auf Mut und Härte Wert gelegt. Nur durch langes ausdauerndes enges Stellen des Bären oder des Keilers, war und ist es den Jägern im unerschlossenen unwegsamen Gelände der amerikanischen Mittelgebirge möglich, der Jagd zu folgen und das gestellte Stück oft erst nach Stunden zu erlegen.
Sowohl mangelnder Mut und Wille zu ausdauerndem Stellen als auch schnelles, sich selbst gefährdendes Fassen sind für diese Jagdart unbrauchbar, da in beiden Fällen körperlich stärkeres wehrhaftes Wild entkommt bzw. der Hund Schaden nimmt.

Erfahrungen mit Plotthounds in Deutschland
Plotthounds wurden Anfang der 90er Jahre über Mitglieder des Vereins Schwarzwälder Schweißhunde nach Deutschland gebracht. Mit Hilfe der Plotts sollte die Basis für eine neue Schweißhundrasse geschaffen werden. Ziel war es, bestehende Mängel bei Gesundheit, Härte, und Fährtenlaut in den in Deutschland vorhanden Schweißhundrassen züchterisch entgegenzuwirken. Daneben war auch die Motivation, den Plotthound als Hund für die Bewegungsjagd auf Schwarzwild einzuführen.

Einsatz als Stöberhund vor dem Schuss
Seither werden die aus den USA importierten und hier gezüchteten Plotthounds vorwiegend auf Schalenwildbewegungsjagden mit Schwarzwildvorkommen eingesetzt.
Die Hunde zeigen alle einen angewölften Spuren- und Fährtenlaut z.T. in unterschiedlicher Ausprägung. Der Laut reicht von lockerem Laut auch auf 15 Minuten alten Fährten bis zum punktuellen Laut nur auf ganz frischen Fährten. Die Grenze zum Waidlaut wird sehr selten überschritten, dann aber dementsprechend züchterisch besonders aufmerksam beachtet (Zuchtausschluss).

Die Hunde jagen vorzugsweise als Solojäger und naturgemäß grundsätzlich jede vorkommende Haarwildart, ob Schwarzwild, Rotwild, Rehwild,  Fuchs oder Hase. Sie verfolgen gefundene Stücke bzw. frische Fluchtfährten mit tiefer Nase vergleichsweise langsam, konzentriert und ausdauernd.
Gefundenes Schwarzwild bringen die Hunde in der Dickung oftmals allein durch Ihr  Auftreten und den tiefen weit hörbaren Laut in Bewegung.

Neben seinen Finderqualitäten und der Ausdauer auf der Fährte zeigt er seine besonderen Eigenschaften im Vergleich zu anderen Bracken oder Stöberhunden beim ausdauernden engen Stellen oder Halten von kranken Stücken.
Bei diesen Eigenschaften tritt nach den bisherigen Erfahrungen die größte Streuung auf. Umso mehr wird dem gezeigten Mut an sich stellendem Schwarzwild bei der Zulassung von Hunden zur Zucht eine besondere Bedeutung beigemessen.

Bei vielen Plotts zeigt sich die Vorliebe für Schwarzwildfährten schon sehr früh im Welpenalter.
Um das jagdliche Interesse des Hundes schwerpunktmäßig auf Schwarzwild zu lenken, ist jedoch beim Plott, wie bei anderen Hunden auch, eine gezielte positive Prägung von früher Jugend an auf Schwarzwild notwendig. Hierzu gehören die positive Verknüpfung mit Schwarzwildwitterung wie Schleppen- und Fährtenarbeit mit entsprechender Belohnung und noch mehr der Erfolg durch Erlegung von Schwarzwild vor dem Hund oder das erfolgreiche Stellen und Erlegen kranken Schwarzwildes gemeinsam mit anderen Hunden.
Erfährt der Hund in der Jugend diese Prägung nicht, besteht die Möglichkeit, dass er auch in späteren Jahren auf Bewegungsjagden keine innere Priorisierung Richtung Schwarzwild besitzt und oft das häufiger vorkommende Rehwild oder den Fuchs verfolgt auch wenn einzelnes Schwarzwild im Treiben ist.
Da er einzeln und mit tiefer Nase laut jagt, ist der Plott in deckungsreichen Waldrevieren, wo es selten zur Sichtverbindung zum verfolgten Stück kommt, erfahrungsgemäß durchaus auch für die Bewegungsjagd auf Rehwild geeignet. Die Rehe kommen meist weit vor dem weithin hörbaren Hund und können beim Sichern und Verhoffen erlegt werden.

Einsatz als Schweißhund
Einige wenige Hunde wurden gezielt auf die Schweißarbeit vorbereitet und entsprechend eingesetzt. Alle so eingesetzten Hunde bestachen durch Ihre Nase und den immensen Willen zum Stück zu kommen incl. der hohen Hetzbereitschaft. Besonders hervorzuheben war bei einigen Hunden auch die gezeigte Wildschärfe an nach der Hetze sich stellendem Wild.

Aufgrund seiner hohen Jagd- und Hetzpassion muss der Plott bei der Riemenarbeit tendenziell eher gebremst werden, damit eine für den Führer kontrollierbare Nachsuche erfolgen kann. Ebenso ist wie bei anderen Hunden auch eine gründliche Durcharbeitung in der Riemenarbeit erforderlich, um auch schwierige Situationen zu meistern.

 

 
 
 
 
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